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Der fränkische Silvaner wird 350 Jahre alt

Guten Tag und Grüß Gott!

Mein Name ist Silvaner - genauer gesagt "Grüner Silvaner"(Vitis vinifera L.).
Mein Stammbaum in Deutschland ist ziemlich gut erforscht und reicht bin in das Jahr 1659 zurück. Damals kamen meine Vorfahren aus dem Alpenraum und fanden in Franken ihre Heimat. Von Castell und Würzburg aus besiedelten sie letztendliche alle Weinregionen Deutschlands.

Würzburg, im März 2009.
Ganz ehrlich? Es schaut so aus, als würde der Silvaner zum echten Superstar der deutschen Weinlandschaft. Wenn er es nicht schon längst ist. Jedenfalls erfreut er sich hoher Beliebtheit in der Weinszene. Wie dem auch sei. Die Rebsorte feiert in diesem Jahr in Franken ihren 350sten Geburtstag. Und so alt werden nur die Guten. Kein Wunder, bei diesen Eltern. Genetische Untersuchungen zeigen heute, dass der Silvaner eine Kreuzung aus Traminer , eine der ältesten bekannten Rebsorten, und der "Österreichisch Weiß" ist.

Sein Ursprung liegt demnach in der Alpenregion, von wo aus er mit den Zisterzienser-Mönchen aus dem Kloster Erbach im Steigerwald seinen Weg nach Castell in Franken gefunden haben soll. Laut amtlichen Aufzeichnungen wurden am 06. April 1659 25 Fechser Silvaner in der Lage Schlossberg in Castell gepflanzt. Sie kosteten den Gräflich Castell'schen Amtmann Johann Georg Körner dreieinhalb Mal so viel wie die bis dato gängigen Sorten.
Eine Investition, die sich gelohnt hat...

Der Silvaner ist viele.
Den perfekten Wein gibt es nicht. Keine Rebsorte hat das in sich, kein Winzer kann das leisten. Dafür sind die Ansprüche der Weintrinker zu unterschiedlich und die Anlässe und Stimmungen, zu denen Wein getrunken wird, erst recht.
Es gibt allerdings eine Rebsorte, die sich durch ihre grandiose Vielseitigkeit von den anderen unterscheiodet. Durch ihre Wandelbarkeit hat sie das Talent dazu, zu sehr vielen Gelegenheiten und Einsätzen eine gute Figur zu machen:
Der Silvaner
Er ist äußerst diskret, wenn er muss und kann zum fulminanten Unterhalter werden, wenn man ihn lässt. Keine andere Rebsorte weist einen solchen Facettenreichtum auf wie der Silvaner.

Der Silvaner ist ein Spiegel seiner Heimat. Er transportiert sein Terroir ganz unverblümt und lässt die Böden schmecken, auf denen er gewachsen ist. Je nach Herkunft präsentiert er sich völlig unterschiedlich. Auf leichten Böden und mit früher Lese wird der Silvaner feingliedrig, zart und hält sich gerne im Hintergrund(mit Anklängen von Kräutern, Heu und frischen Früchten wie Stachelbeere, Kiwi oder grünem Apfel).
Wächst er auf dichten, schweren Böden und lässt man ihn bis zur Vollreife gedeihen, verliert der Silvaner seine Zurückhaltung und kommt mit stattlicher Opulenz daher. Dann ist er cremig, mit samtigem Schmelz und breitem Aromenspiel(reifer Pfirsich und Zitrusfrüchte, Quitte, exotische Früchte wie Mango oder Maracuja, Mandel- und Walnussaromen, manchmal auch Artischocken).
Diese Vielseitigkeit macht ihn zum perfekten Speisenbegleiter. Ganz egal ob Picknick auf der Wiese, leichte Sommerküche oder mehrgängiges Gourmet-Menue:
Der Silvaner passt.

Deshalb wird er heuer auch besonders gefeiert.Ganz Franken feiert (s)eine Rebsorte.
Eine Rebsorte, die das Zeug dazu hat, sich an der Seite des Rieslings als Königin der deutschen Weine zu präsentieren. Meinen die Franken jedenfalls. Und was ist schon ein König ohne eine Königin...?

Vielen Spaß beim Probieren wünschen Stefanie Lauer und Ihr Team!